Zwangsräumung in Hildesheim?

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Dass der Zwangsräumungsbescheid nicht für sie bestimmt war, begriffen die Hildesheimer Passanten am Greeneace-Stand in der Küsthardtstraße nach der ersten Schrecksekunde schnell. Sehr groß war dann die Solidarität mit den Munduruku-Indianern, die im Amazonas-Gebiet einem riesigen Staudammprojekt weichen sollen. Über 40 Unterschriften kamen in den zwei Stunden am Samstag Vormittag zusammen. Und viele nahmen die Postkarte für Siemens mit dem Versprechen mit, sie an den Konzern abzuschicken

Möchten Sie den Zwangsräumungsbescheid mitnehmen? Haben Sie schon gepackt?

So oder ähnlich sprachen wir am Samstag in den Sommerferien die Passanten in der Nähe des Neustädter Marktes augenzwinkernd an.

Natürlich folgte dann gleich die Erklärung, das die Zwangsräumung nicht ihnen gelte, sondern dem Stamm der Munduruku, die im brasilianischen Amazonas-Gebiet leben. Die Reaktionen nach der Erklärung, dass ein Staudammprojket der brasilianischen Regierung, den seit Jahrhunderten angestammten Lebensraum der Indianer zerstören soll, waren Empörung und Unverständnis. Warum passiert so etwas immer noch. Über 40 Menschen unteschrieben bei der vrituellen Menshenkette, die einen solidarischen Schutzwall um das Gebiet der Munduruku bilden soll sofort. Manche versprachen, das zu Hause in Ruhe online zu tun. Das kann man übrigens immer noch tun. Noch ist die Kette nicht geschlossen. https://heartoftheamazon.org/

Auch die Postkarte an den Siemens-Konzern mit der Aufforderung, sich von der Beteiligung an den Plänen zu distanzieren wurde von Vielen mitgenommen.
In vielen Gesprächen fanden wir Unterstützung für unser Engagement. Ein kleiner Höhepunkt für uns war die Begegnung mit der Passantin, die vom Markt noch einmal zurückkam und uns allen eine Sonnenblume überreichte. Das sei ihr heute ein Bedürfnis, sagte sie.