Quo vadis Hildesheim?

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2012 und 2013 wurden deutschlandweit über 10.000 Tote durch Stickstoffdioxid (NO2) von der Europäischen Umweltagentur registriert. Dieses Gas kommt zum Großteil aus dem Verkehr und hier überwiegend von Diesel-Fahrzeugen. „Die Tatsache, dass 60 % der innerstädtischen Messstationen in Deutschland den NO2-Grenzwert von 40 μg pro m³ Luft im Jahr überschreiten, ist alarmierend. Es liegen zwar keine aktuelleren Werte vor, aber es ist demnach davon auszugehen, dass die Zahl der Toten heute ähnlich hoch wie zu Anfang des Jahrzehnts ist,“ so Yannik Kolmer, Ansprechpartner für Mobilität bei Greenpeace Hildesheim. Vor diesem Hintergrund haben wir am Samstag, den 4.3., nahe des Zuckerhuts einen Infostand inklusive Umfrage zum Thema Diesel und zukünftige Mobilität in Hildesheim gemacht.

Diese Aktion fand parallel in ganz Deutschland statt. Die BürgerInnen konnten unter 5 verkehrspolitischen Maßnahmen eine oder ein paar wenige auswählen, woduch sich Prioritäten der Bevölkerung ergeben sollten (die Befragung ist allerdings nicht repräsentativ). Dazu gab es die Möglichkeit, persönliche, von Greenpeace-Forderungen unabhängige Wünsche oder Forderungen zu notieren. In Hildesheim „gewann“ „Feet First: Vorfahrt für Fußgänger und Fahrradfahrer“, dicht gefolgt von „Der Nahverkehr in der Innenstadt muss kostenlos sein“. Beide konnten jeweils um die 40 Stimmen auf sich vereinen, knapp 160 Stimmen wurden insgesamt verteilt. Individuelle Wünsche waren unter anderem eine höhere Besteuerung von Benzin, die Umsetzung des Hildesheimer Integrierten Verkehrsentwicklungsplans, Freigabe der Fußgängerzone für Fahrradfahrer oder Park + Ride auf dem Schützenfestplatz.

Diese Ergebnisse sollen bei Möglichkeit bald dem Oberbürgermeister Ingo Meyer übergeben werden, mit dem Auftrag, den BürgerInnen gerecht zu werden. Damit soll nicht nur der Gesundheit geholfen, sondern auch eine Wende in der autogerechten Stadtplanung eingelenkt werden, welche unabdingbar ist, um eine hohe Lebensqualität zu erhalten bzw. zu erreichen. Der Hildesheimer Greenpeacer Kolmer meint hierzu: „Diese Ziele können nur durch eine drastische Reduzierung privater PKW erreicht werden. Letztendlich beruht nachhaltige Mobilität auf den Antrieben Elektrizität und Muskelkraft sowie auf einem vielfältigen Mix verschiedener Verkehrsträger, die miteinander verknüpft sein müssen. Die Hildesheimer BürgerInnen zeigen mit ihrer Abstimmung die Bereitschaft, bei entsprechenden Angeboten, die ökologischen Verkehrsträger Fahrrad und Bus auch zu nutzen.“