Die Neustadt zu Fuß

Media

Die Barrierefreiheit ist auf einem guten Weg, Tempo 30 stark gewünscht, das Verkehrsverhalten von Rad- sowie Autofahrenden an manchen Stellen verbesserungswürdig und die Saat für eine akttraktivere Neustadt bereits an vielen Orten gesetzt – das sind die Ergebnisse des Stadtteilspaziergangs, den wir zusammen mit der Initiative Neustadt, dem ADFC und dem StadtLABOR Hildesheim am vergangenen Samstag veranstaltet haben.

Aber was hat das alles mit Greenpeace und unserem Kampf gegen den Klimawandel zu tun? Nun, ganz einfach: Nur wenn der Bus für alle Menschen gut erreichbar ist, die Autos und Fahrräder langsamer und umsichtiger fahren und die Wege zur Befriedigung der alltäglichen Bedürfnisse kurz sind, ist die Mobilitätswende schaffbar. Nur dann können wir unsere CO2- und Stickoxidemissionen senken und die Zersiedlung stoppen. Und das ist nötig, wenn wir die Pariser Klimaziele erreichen wollen, also eine Begrenzung der globalen Erwärmung auf 1,5°C.

Nur wie sollen wir das erreichen? Wir können ja schließlich keine Quoten einführen, die den Modal Split, d.h. die Aufteilung der verschiedenen Verkehrsträger auf das gesamte Verkehrsaufkommen, einfach gesetzlich festlegen. Auch Quoten für Elektroautos sind zu kurz gedacht. Die Zukunft liegt in weniger Autoverkehr und mehr öffentlichem sowie Rad- und Fußverkehr, ansonsten geteiltem PKW-Besitz und -Gebrauch. Da das teilweise tief einschneidende Veränderungen im Alltag bedeutet, ist es wichtig die Verkehrswende gemeinsam zu realisieren, eine Verkehrswende "von unten" also. Greenpeace hat dafür das Motto "YoU-Turn the streets" für eine Umkehr in unserer Mobilität geprägt, die von jedem und jeder mitgestaltet werden soll. Unter diesem Motto stand auch der Stadtteilspaziergang in der Neustadt.

Bei schönem Wetter und einigen lauten Autos haben wir dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede festgestellt, wie sich die Neustadt freundlicher und lebenswerter gestalten lässt. Vieles hat dabei die Initiative Neustadt in den letzten Jahren erreicht, so konnten zum Beispiel viele Leerstände behoben werden. Außerdem wird sich intensiv für eine Erhöhung der Aufenthaltsqualität im Zentrum der Neustadt, auf dem Neustädter Markt, eingesetzt.

Ein Thema, was sich nun allerdings bereits seit Jahren hin- und durch die ganze Neustadt zieht, ist die von den Teilnehmenden geforderte Tempo-30-Strecke Wollenweberstraße, Goschenstraße, Annenstraße. Leider tut sich in dieser Angelegenheit momentan gar nichts, deswegen wollen wir uns in Zukunft stärker dafür stark machen und u.a. eine Unterschriftenaktion zusammen mit den AnliegerInnen durchführen. Auch die potenzielle Zukunft des Platzes vor der Lambertikirche fand während der Aktion Platz. Hier gibt es Ideen, dieses in kirchlichem Besitz befindliche Grundstück mehr zur Straße zu öffnen und eventuell zusammen mit der Goschenstraße zu einem neuen Platz zu verschmelzen, nach dem "Shared-Space-Prinzip". Das hieße, dass es eine gemeinsam genutzte Verkehrsfläche von der Ladenzeile neben der Einmündung der Knollenstraße bis zum Kircheneingang gäbe, die sich lediglich auf gegenseitige Rücksichtnahme als Gebot für die Nutzung verlässt. Zusammen mit Tempo 30 und einem attraktiveren Neustädter Markt würde sich so die Aufenthalts-, Verweil-, aber auch Verkehrsqualität sehr verbessern, da sich die Geschwindigkeiten einander annähern würden und eher ein Gemeinschaftsgefühl entsteht. Durch die Geschwindigkeitsbeschränkung würden dann nur noch die Menschen hierhin fahren, die auch wirklich hierhin wollen, außerdem würden sich dazu mehr auf das Rad trauen. Und so ist letztlich auch der Umwelt geholfen.

Mit diesen und weiteren Ergebnissen werden wir von Greenpeace uns dann bald an den Ortsrat Stadtmitte/Neustadt wenden, um die Wünsche und Ideen der BürgerInnen kombiniert mit unseren Forderungen an die Politik weiterzugeben, auf dass den Gedanken Aktivitäten folgen und den Klimazielen im Kleinen gerecht geworden wird.

 

Tags